Januar 2020

Janus – Der römische Gott mit zwei Gesichtern

Janus – Der römische Gott mit zwei Gesichtern

Der Monat Januar hat seinen Namen vom römischen Gott „Janus“. Er gilt als Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore. Sein Kopf aus Stein war ein Geschenk anlässlich unseres ersten Symposiums in Rom. Er hat zwei Gesichter: Eines blickt zurück, eines nach vorn. Sein Anblick verweist mich zunächst auf das vergangene Jahr 2019 und den Beginn der Organisation für das mittlerweile 15. Symposium, vom 26.-28. März 2020 zum Thema „Gerechtigkeit im Film“, bei dem wir aktuell noch voll in der Arbeit stecken.

Die größte Veränderung 2019 für den Verein war das Andocken der Geschäftsstelle beim ifp – Institut zur Förderung publizistischen Nachwuchses -, denn von dort aus waren alle Autoren-Werkstätten und Producer-Seminare von 1991 bis zur Gründung und Selbständigkeit von TOP: Talente im Jahr 2002 organisiert worden.  

Im Dezember 2019 konnte die erste von TOP: Talente (T:T) initiierte Webserie realisiert werden. „Die Frage nach dem lieben Gott“ wurde von dem Team der Firma „Instant Wave“ produziert. Grundschulkinder unterschiedlicher Religion und Konfession wurden nach ihren religiösen Vorstellungen befragt. Alle sieben Folgen sind auf YouTube und weiteren Plattformen zu sehen.
Damit wurde das Versprechen gegenüber der Karl Kübel Stiftung eingelöst, die das Erbe aus der Stiftung „Wert(e)voller Film“ treuhänderisch verwaltet hatte.

Realisiert wurde zudem der Pilotfilm der zweiten T:T-Webserie „Unter einem Dach“. Hier werden die Turbulenzen des Zusammenlebens einer christlichen und einer muslimischen Familie erzählt, die in einem Doppelhaus nebeneinander wohnen. Die Mittel dazu stammen aus einem von der Deutschen Bischofskonferenz aufgelegten Innovationsfonds für unseren dreistufigen Modellvorschlag: Einem Forum zur Information über „Christentum und Islam“ in Frankfurt, nach Ausschreibung eines Ideen-Wettbewerbs die Arbeit in einem Writers‘ Room in Siegburg und die Dreharbeiten mit Schauspielern im Raum Bonn-Köln. Das Ergebnis wurde von einem der Autor*innen beim „Pitching“ im großen Kursaal während des diesjährigen FernsehfilmFestivals Baden-Baden vorgestellt.

Diese Präsentation vor Fachpublikum war auch Teil einer anderen Aktivität von T:T, nämlich einem Pitch-Training im Kloster Lichtenthal in Baden-Baden. Mit dem Zuschuss der Medienförderung Baden-Württemberg konnten zehn Autor*innen ein viertägiges Training zur Vorbereitung für diesen Auftritt absolvieren. Bei dem Pitch konnte außerdem auch der Sieger des Krimi-Nachwuchs-Wettbewerbs sein Konzept vorstellen. T:T hatte im Vorfeld für seine Betreuung gesorgt und war bereits als Jurymitglied an seiner Auswahl im Rahmen des FernsehKrimiFestivals in Wiesbaden beteiligt gewesen.

Wie in den Vorjahren war T:T wieder bei den dreitägigen Münchner Medientagen im Oktober vertreten, erstmals mit einem gemeinsamen Info-Stand mit dem ifp. In deren Räumlichkeiten findet auch die vierteilige Autoren-Werkstatt statt. Diese jährliche Werkstatt wird von der Bayerischen Staatskanzlei gefördert. Mit dem 4. Seminar im Juli endete mit dem Schwerpunkt auf „Serien“ die vorherige Werkstatt und nach der Ausschreibung und Auswahl startete im Herbst die neue Autoren-Werkstatt mit zwölf Teilnehmer*innen.

Großen Anklang fanden zwei Branchentreffs mit ähnlichem Inhalt: Der eine in München im EineWeltHaus zum Thema „Vom Roman zum Drehbuch und zurück“. Und der andere in Köln im Nato-Saal des WDR zum Thema „Based on a Novel – Die neue Rolle des Romans als Filmstoff?“ Bei beiden Veranstaltungen zeigte sich, dass sich durch die neuen Plattformen neue Arbeitsmöglichkeiten für Autoren ergeben und dass sich für literarische Vorlagen neue Chancen der Verfilmung bieten.

Dieser Rückblick auf das zweite Halbjahr 2019 kann und soll keine vollständige Aufzählung aller Aktivitäten bieten (dazu wird auf die Pinboards verwiesen). Es geht vielmehr darum, auf die Gesamtleistung von T:T zu blicken.

Fazit: Man kann durchweg von erfolgreichen Veranstaltungen sprechen. Und diese Leistungen sind umso höher einzuschätzen, wenn man bedenkt, dass der Hauptanteil an Arbeit ehrenamtlich geleistet wurde. Wir danken allen, die uns in unserem gemeinsamen Tun unterstützt haben.

Damit kommen wir zum zweiten Gesicht des Janus und seinem Blick, der sich auf die Zukunft richtet:
Es wird natürlich auch in diesem neuen Jahr wieder unser Ziel sein, unsere zahlreichen beliebten Angebote (Symposium Rom, Berlinale, Branchentreffs, Beteiligung am FernsehfilmFestival Baden-Baden, Workshops etc.) in vollem Umfang mit gewohnter Qualität durchzuführen. Mehr noch - das uns entgegen gebrachte Vertrauen bei den kreativ Filmschaffenden und das kontinuierlich gewachsene Ansehen des Vereins auf dem Markt bieten zahlreiche Möglichkeiten der Erweiterung.

Das stellt uns aber auch vor alte und neue Herausforderungen, nicht zuletzt finanzieller Natur. Trotz des genannten ehrenamtlichen Engagements sieht sich der Vorstand immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie die vielfältigen Organisations- und Verwaltungsaufgaben mit den vorhandenen Mitteln bewältigt werden können.

Die Vorschau im Leitet Herunterladen der Datei ein1. Pinboard Januar 2020 verweist wie immer auf unsere Veranstaltungen und Projekte zu aktuellen Themen der Branche, für die wir uns über tatkräftige Unterstützung freuen.  

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